05
Zur Startseite

Exposition universelle de Paris de 1878

Ein Preßglasbriefbeschwerer

Von Bernd-Ingo Friedrich


weltausstellung paris 1878 briefbeschwerer pressglas


Der Briefbeschwerer mit der Inschrift (!) „EXPOSITION UNIVERSELLE DE PARIS DE 1878“ stammt aus dem Nachlaß des letzten Hüttenmeisters der "Kristallglashütte Peitz", Josef Hollick, der um 1920 aus Harrachsdorf (heute Harrachov, Tschechien) nach Peitz gekommen war und die Hütte 1928 übernommen hatte. (Peitz, niedersorbisch Picnjo, ist eine Stadt mit rund 5.000 Einwohnern im östlichen Brandenburg.) Das Besondere an dem Stück ist:
Unter dem Hohlrelief eines Gebäudes befindet sich eine Rinne, in deren Innenrand sich die seitenverkehrte erhabene Schrift befindet, so daß sie bei dem „richtig“ herum liegenden Glaskörper durch die vordere Längskante hindurch auch seitenrichtig zu lesen ist.
Das Glas ist vollkommen klar und farblos. Der Block mißt 152 x 78 x 29 mm, ist allseitig plan geschliffen, facettiert und poliert. Auf ihm befinden sich keine Signaturen. Vermutlich wurde er 1878 in der "Glashütte AG", vormals "Gebr. Siegwart & Co.", in Stolberg bei Aachen hergestellt.
Der stark stilisierte Gebäudekomplex stellt das "Palais de Trocadéro" dar, das anläßlich der Weltausstellung 1878 errichtet und mit Gärten umgeben wurde. Es brannte Anfang des 20. Jahrhunderts aus, wurde abgetragen und auf seinen Fundamenten für die "Exposition Internationale des Arts et Techniques dans la Vie Moderne 1937" das "Palais de Chaillot" erbaut. Die Gärten heißen nach dem ursprünglichen Palast weiterhin "Les Jardins de Trocadéro".
Siehe dazu auch der Artikel von Annemarie und Gerd Mattes in der Preßglas-Korrespondenz 2008-2, herausgegeben von Sigmar Geiselberger.


weltausstellung paris 1878 palais de trocadero

(21.06.2009)

Kommentare zu diesem Artikel ansehen | Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Zur Startseite

Nach oben

made by hsulzer datenbankprogrammierung © 2007