Lausitzer Millefiori? Nit möööglich! – Oder doch?
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Zusammengestellt von Bernd-Ingo Friedrich








Bild 1: Briefbeschwerer mit dem Vornamen „Ida“ aus Kupferdraht und 4 verschiedenen Millefiori-Canes, erworben in einem Cottbuser „Antik-Shop“, Lausitzer Ursprung sicher, 65 x 60 * mm, 2 Standflächen geschliffen und poliert
Bild 2: Briefbeschwerer mit Namenszug „E I Anser“ („Onser“, „Auser“ oder „Ouser“) aus Kupferdraht und 6 verschiedenen Millefiori-Canes, entdeckt im Museum der Festungsanlage Senftenberg, sicher Lausitz, vermutlich Glashütte Welzow, keine weiteren Angaben vorhanden
Bild 3: Briefbeschwerer mit den Initialen „JN“, 2 Säbeln sowie einem zweiteiligen Rahmen aus Farbglasstäbchen und 3 Millefiori-Canes, Fundort unbekannt, vermutlich Lausitz oder Schlesien (angegeben Schlesien), 85 x 55 mm, Stand- bzw. Liegefläche geschliffen und poliert, reich facettiert, auch aufstellbar
Bild 4: Briefbeschwerer mit Schmetterling aus Glasstückchen und 2 mal 3 verschiedenen Millefiori-Canes, Herkunft Bischofswerda ermittelt, 80 x 70 mm, Boden geschliffen
Bild 5: Briefbeschwerer „Paul“ aus Glasstückchen mit 1 Millefiori-Cane, Bischofswerda, 80 x 70 mm, Boden geschliffen
Bild 6: Briefbeschwerer wie Nr. 4
Bild 7: Briefbeschwerer „Der Braut“ aus Glasstückchen mit 3 Millefiori-Canes, Fundort unbekannt, vermutlich Bischofswerda, seitlich und oben facettiert, Standfläche geschliffen und poliert, keine weiteren Angaben vorhanden
Bild 8: Briefbeschwerer mit den Initialen „KB“ und einem Kranz aus Glasstückchen sowie 1 Millefiori-Cane, Fundort unbekannt, vermutlich Bischofswerda, keine weiteren Angaben vorhanden
Bild 9 bis 11: Schmetterlinge mit Millefiori-Canes, Fundort unbekannt, vermutlich Lausitz, facettiert, keine weiteren Angaben vorhanden
Bild 12 und 13: Schmetterlinge mit Millefiori-Canes, Fundort unbekannt, vermutlich Lausitz (13) oder Böhmen (12), keine weiteren Angaben vorhanden

© Peter von Brackel, Bad Honnef
Die obigen Abbildungen von Millefiori-Canes sind mit dessen freundlicher Genehmigung Peter von Brackels Buch Paperweights/ Historismus - Jugendstil - Art Deco/ 1842 bis heute, Morsak Verlag, Grafenau 1997, Seite 35 entnommen. Erläuternd heißt es dazu im Text: „Vermutlich in Nordböhmen wurden Millefiori-Stangen mit nur wenigen Mustern hergestellt, welche anscheinend von dem Hersteller dieser Stangen auch an fremde Glashütten verkauft wurden. Bis auf wenige andere Muster haben diese Millefiori die gleichen 6-zackigen Sternmuster, jedoch in unterschiedlichen Farbkombinationen, oft in opaken Farben. Millefiori dieser Art wurden anscheinend nur selten in reinen Millefiori-Paperweights verwendet [...] sondern wurden von mehreren Paperweight-Herstellern verschiedener Glashütten als Verzierungen in den von ihnen gestalteten Motiven oder als Blütenblätter in Blumen-Motiven [...] eingesetzt.“ – Zur Illustration seiner Ausführungen gibt Peter von Brackel die Abbildungen 36, 37, 279, 360, 399 und 400 an. In seiner Anmerkung 75 führt er des weiteren aus: „Das Kreuz in dem [in der untersten Reihe] abgebildeten Cane könnte evtl. sogar das Markenzeichen des Herstellers dieser Millefiori-Stangen oder einer Glashütte sein.“
* Zu den Maßen: D x H in Millimetern
Zu Bischofswerda siehe „Die sogenannten Weißwasseraner“
(06.05.2011, aktualisiert 15.08.2011)
Eingesandt von Annemarie und Gerd Mattes, Wien:

© Gerd Mattes, Wien
Briefbeschwerer mit Inschrift „Pol. Insp./ G.N.“
Durchmesser: max. 9,7 cm
Höhe: 5,3 cm
Boden und Deckfläche: konkav gehöhlt
Form: achteckig mit nach außen gewölbten Flächen, dazwischen eine Kerbe eingeschliffen. Konkave Deckfläche von Kerben eingefasst.
Ursprung: vermutlich deutschsprachiges Gebiet in Böhmen oder Schlesien.
Aufbau: blau-grün geflecktes Polster mit Flittereinsprengung. Darüber schwimmend im Dreieck Millefiori Plättchen. Eingefasst von gedrehten Glasstäben in den Farben blau, weiß rot (tschechische Flaggenfarben?) ist der Schriftzug „POL. INSP.“, darunter „G.N.“ Das Ganze mit Klarglas überfangen und aufwendig geschliffen.
Unter UV-Licht: grün/ gelb
(Erhalten per Email am 29.08.2011)
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