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Just for fun

Zitate aus der Welt- und Wiesen-Literatur

gesammelt von Gerd Mattes, Wien
und Bernd-Ingo Friedrich



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Adelheid und ihre Mörder, ARD 16.12.2003: „Mord in bester Gesellschaft“. Szene mit einem späten böhmischen (?) Briefbeschwerer.
In einer Sendung über Peter Alexander, ausgestrahlt am 14.2.2011, „spielten“ auch zwei Briefbeschwerer mit,
und am 9.11.2011 einer in einem (völlig bescheuerten) „Stasi-Thriller“ im Ersten ...


Briefbeschwerer wurden einst tatsächlich als solche benutzt, wenn auch nicht unbedingt gebraucht; Steine erfüllen den selben Zweck. Gustav Pazaurek, der die Briefbeschwerer ablehnte, bezeichnete sie auf Seite 155 seines Werkes Guter und schlechter Geschmack im Kunstgewerbe (Stuttgart 1912) folgendermaßen: „Leider ist aber ein Briefbeschwerer eigentlich auch ein höchst überflüssiger Gegenstand, da jedes beliebige Objekt, das gerade zur Hand ist, denselben Zweck erfüllen kann, dass einige auf dem Schreibtisch liegende Papiere nicht vom nächsten Zugwind weggeblasen werden“ und abschließend (irrtümlich, wie sich inzwischen herausgestellt hat): „Eine allzu große Entwicklungsmöglichkeit kann man somit den Briefbeschwerern nicht gerade prophezeien.“

Doch gerade ihre Nutzlosigkeit wird in George Orwells Roman 1984 (engl. London 1949; dt. Rastatt 1950) zum Symbol gegen die Vereinnahmung der Persönlichkeit in einer Diktatur. In dem 1965 erschienenen Roman Morning's at seven des britischen Autors Eric Malpass (dt. Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung, Reinbek 1967; Verfilmung 1968) spielt ein gläserner Briefbeschwerer ebenfalls eine Schlüsselrolle.

In Kriminalromanen (und -filmen) als Mordwaffe beliebt – und berühmt – sind die Briefbeschwerer spätestens seit Dostojewskis Roman Die Brüder Karamasow (russ. Petersburg 1879/1880; dt. Leipzig 1884). In ihm ist es allerdings ein gußeiserner Briefbeschwerer, der zum Tatwerkzeug wird. In – beispielsweise – dem Kriminalroman Die Farbe des Himmels von Silvija Hinzmann und Britt Reißmann (Köln 2005) wird ein Textilfabrikant in seiner Villa – wie es sich gehört – mit einem gläsernen Briefbeschwerer erschlagen.


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Es folgen, kunterbunt aufgereiht, Fundstücke, die zumeist Gerd Mattes aus Wien entdeckt und eingesandt hat.

In seinem Buch A Garland of Weights (New York 1968), Seite 39/40, weist Frank Manheim auf die Erwähnung von Briefbeschwerern im 7. Kapitel von Emil Zolas Nana (1879/80) hin: „Ein Vierteljahr später, an einem Dezemberabend, ging Graf Muffat in der Passage des Panoramas auf und ab ... Jedes Mal wenn er wieder umkehrte, streiften oder stießen ihn vorüberhastende Passanten, maßen ihn von unten bis oben und schauten ihm mit vom Gaslicht fahlen Gesichtern stumm nach. Die neugierigen Blicke, denen er ausgesetzt, störten den Grafen, und um ihnen zu entgehen, stellte er sich vor ein Papierwarengeschäft und betrachtete scheinbar mit tiefer Aufmerksamkeit die Auslage mit Briefbeschwerern und Glaskugeln, in denen Landschaften und Blumen zu sehen waren.“

Agatha Christie: Hercule Poirot’s Weihnachten (Hercule Poirot’s Christmas, 1938/39), 24. Kapitel: „Poirot wandte sich ab und beugte sich forschend über einen umgestürzten Stuhl , einen schweren Mahagonisessel. Daneben stand ein Mahagonitisch mit den Scherben einer großen Porzellanlampe. Zwei kleinere Stühle waren ebenfalls umgeworfen, Splitter einer zerbrochenen Flasche und zweier Gläser lagen herum, ferner ein unversehrt gebliebener gläserner Briefbeschwerer, Bücher, eine zertrümmerte große japanische Vase und die Bronzestatuette eines nackten jungen Mädchens.“

Martin Suter: Der letzte Weynfeldt. Wien: Diogenes Verlag 2009, Seite 139: Erwähnung einer Sammlung von Murano-Paperweights.

George Orwell: 1984. München: Ullstein Verlag 2003, Seite 118f.: Der Hauptheld stößt bei einem Trödler auf einen Briefbeschwerer. In einem sich daraus entwickelnden Gespräch zwischen ihm und dem Trödler werden einige grundsätzliche Fragen gestellt; siehe oben.

Edgar Wallace: Die gelbe Schlange (The Yellow Snake, 1926), 29. Kapitel: „Vielleicht ist es später noch möglich. Sie könnten ihn irgendwo festhalten, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Er nahm einen Briefbeschwerer vom Schreibtisch, und sein ganzes Interesse schien sich auf den Kristall zu konzentrieren ...“

Donna Leon: Die dunkle Stunde der Serenissima. Commissario Brunettis elfter Fall. (Wilfur Behavior, 1994), Kapitel 7: „… wer könnte schon einen Smaragd so groß wie eine Kiwi tragen? ... Mamma würde ihn sowieso nur als Briefbeschwerer benutzen ...“



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Photo © Helmut Fricke, FAZ

„Von 100 Büchern, die erscheinen, sind 98 schlecht. Das 99. ist schwach.
Und beim Hundertsten sind wir unsicher.“
Marcel Reich-Ranicki.

(14.11.2011. Wird fortgesetzt.)


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Polizeiruf 110: Schnelles Geld. mdr 1983/ you tube 2012.
Eingesandet von Helga Heinze, Deutschland.


(08.05.2012. Wird fortgesetzt.)

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