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Monographie 1

Anton Dörner, Weißwasser, 1872-1953

Eine Zeitungsnotiz

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"Genossen Anton Dörner zum 80. Geburtstag.
In Tausenden von sozialistischen Betrieben ehrte am 13. Oktober die Arbeiterschaft ihre Aktivisten. Gestern, am 14. Oktober, war nun Gelegenheit, einem alten Aktivisten der Arbeiterbewegung zu seinem 80. Geburtstag zu gratulieren.
Genosse Anton Dörner entstammt einer Glasschleifer-Familie, die in den [18]80er Jahren aus dem 'Geberge' [Walddorf, Kreis Glatz] nach Weißwasser siedelte. Nach kurzer Zeit starb hier der Vater an der Berufskrankheit der Glasschleifer, der Kehlkopfschwindsucht. Die Sorge für die achtköpfige Familie blieb der Mutter und dem 16jährigen Anton, dem ältesten der Kinder, überlassen. Unterstützung und Hilfe hatte die Familie in der 'guten alten Zeit' natürlich von keiner Seite zu erwarten und auch niemals erhalten.
Wenige Jahre später arbeitet Anton in einem der neuen Proletarierzentren in Westfalen. Dies und die Schikanen während der Militärzeit in Metz waren die Lebensschule, die den jungen Menschen formte. Als er dann in die Heimat zurückkehrte, gehörte er zu den Männern, die sie zum 'roten Weißwasser' machten.
Das kapitalistische Unternehmertum rächte sich an dem eifrigen Agitator, warf ihn auf die Straße und setzte ihn auf die schwarze Liste. Im eben entstandenen Konsumverein konnte ihm aber die Arbeiterschaft eine – wenn auch bescheidene – Existenz bieten. Er gehörte 1903 zu den Begründern der Ortsgruppe des sozialdemokratischen Wahlvereins. Seine Freizeit widmete er restlos der Arbeiterbewegung. Die Arbeiterschaft vertraute ihm mannigfache Funktionen in Partei und Gewerkschaft an und übertrug ihm nach 1920 auch die Vertretung ihrer Interessen in Stadt und Kreis.
Genosse Anton Dörner verbringt jetzt seinen Lebensabend im Haushalt seines Sohnes. Sein Gesundheitszustand läßt in letzter Zeit zu wünschen übrig, was jedoch seine geistige Regsamkeit nicht beeinträchtigt. Die politischen Ereignisse verfolgt er nach wie vor mit größter Anteilnahme.
Wir wünschen dem Genossen Anton Dörner, daß er noch recht lange Gelegenheit hat, den Marsch der deutschen Arbeiterschaft in eine schönere Zukunft mitzuerleben und die Früchte des sozialistischen Aufbaus selbst zu genießen.
Bertko, Volkskorrespondent."*


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Anmerkung
* Bertko, (Willi): „Genossen Anton Dörner zum 80. Geburtstag“. In: Heimatzeitung für den Kreis Weißwasser. [15.?] Oktober 1962.

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